enza

neben der spur

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neben der spur | foto ausschnitt: Spyridon Natsikos - No Diving,  CC-Lizenz (BY 2.0) http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de, quelle: www.piqs.deIch stehe an der Kasse vom Supermarkt, vor mir zwei blondierte Frauen mit Solariumbräune. Die eine: “Und, wie findste meine Titten? Ist doppelt soviel wie vorher.” -  “Ja, jut! Isch find die jut. Wie findet der Sascha die?” - “Sehr jut! Haha!” Schnell bezahle ich meine Einkäufe und liege eine halbe Stunde später auf der Wiese im Freibad.

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kerstin

echt kölsche bücher

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echt kölsche bücher | foto ausschnitt: JürgenWald - Bücher, CC-Lizenz (BY 2.0) http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de, quelle: www.piqs.deIch mache über die Osterferien ein zweiwöchiges Praktikum in einer Buchhandlung.

Während ich also an meinem zweiten Tag vor einem der überfüllten Regale stehe - einer der ersten Sätze meiner Betreuerin war: „Die Kunst einer Buchhändlerin ist es, Platz zu schaffen, wo keiner ist.“ - und mich frage, wo diese bestimmt sehr spannende Abhandlung von Steuererklärungen hin gehört, betritt eine Kundin das Geschäft.
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kerstin

zukunftspläne

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zukunftspläne clipIch sitze mit Armin aus meiner Stufe in der U-Bahn Richtung Innenstadt. Lautstark beklage ich mich: “Dienstag zwei Stunden Spanischklausur, Donnerstag Latein-Vokabeltest, Montag Englisch, Dienstag Deutsch und Donnerstag Latein! Immer zwei Stunden!” Armin nickt mitfühlend. Kennt er, ihm geht’s schließlich genau so.

Der Mann neben mir, ein älterer Türke so um die sechzig, nickt auch. Er wendet sich mir zu und spricht in sehr schwer verständlichem Deutsch: “Wann sein fertig mit Schule?” Ich drehe mich zu ihm. Noch drei Jahre, dann habe ich hoffentlich mein Abi.
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kerstin

moderne erkenntnisse

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moderne erkenntnisse | foto: holladiewinterfee - Mathematik, http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de, quelle: www.piqs.de Heikel wird es im Unterricht, wenn man während der Gruppenarbeit keine Notizen macht und dann überraschend und urplötzlich die Ergebnisse der Klasse vorstellen soll. Manch einer mag vielleicht meinen, dass unsereins nach zehn Jahren Schule mittlerweile wissen müsste, wie der Lehrer läuft, aber da kann ich versichern: dem ist nicht so.

Während meine Freundin und ich die Fragen diskutieren und unsere Antworten tatsächlich auch notieren, schauen die Herren der Schöpfung konzentriert aus dem Fenster und nicken, wann immer man es wagt, sie nach ihrer werten Meinung zu fragen. Ab und an kommen wir in den Genuss eines genuschelten „Mh, seh ich auch so“ - aber selten.

Tick, tick, tick – Stifte weg.

Und dann der Schreckenssatz: „Der Jüngste der Gruppe präsentiert die Ergebnisse.“

Ein gefluchtes „Scheiße“.

Gleichzeitig reichen meine Freundin und ich unsere Notizen nach hinten an den Pechvogel.

Ein gemurmeltes „Ey, ohne Frauen wären wir aufgeschmissen.“

ines

musik liegt in der luft

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In unserem Haus in der Südstadt wird seit Tagen eine Wohnung renoviert. Der Lärm ist unerträglich und die Handwerker arbeiten bei offenem Fenster, entkernen und sanieren. Für alle Anwohner des Innenhofs ist diese Baustelle eine Nervenprobe.
Gestern Morgen brüllt eine Nachbarin aufgebracht um 9 Uhr aus dem Fenster: „Machen Sie die Fenster zu.“
Es folgt keine Reaktion.

ghettoblasterHeute Morgen, um 9.15 Uhr:

Die Handwerker beginnen im dritten Stock zu arbeiten. Plötzlich ertönt ohrenbetäubende Heavy-Metal-Musik.

Ein Nachbar brüllt aus dem Fenster: „Machen Sie die scheiß Musik aus.“ Es folgt keine Reaktion.
Wir denken, die Handwerker sind total verrückt geworden.

9.45 Uhr: Im Innenhof, als ich mein Rad hole, um zur Arbeit zu fahren, sehe und höre ich, woher die Musik kommt.

Die Nachbarin, die gestern mit ihrer Bitte von den Handwerkern ignoriert worden ist, hat mehrere DIN A4–Blätter an ihr Küchenfenster geklebt: „Bauarbeiter, macht die Fenster zu“, steht in großen Buchstaben darauf. Auf ihrer Fensterbank steht ein Ghettoblaster und aus dem tönt die Heavy-Metal-Musik.

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