Mai 03
geschrieben von franca
Wir laufen, weil sie laufen.
Jeden Tag legen Menschen in Entwicklungsländern mehr als neun Kilometer zu Fuß zurück, um Wasser und Nahrungsmittel für sich und ihre Familien zu besorgen oder um auf einem Markt ihre Waren verkaufen zu können. „Wir laufen, weil sie laufen“, ist daher das Motto vom CROP Hunger Walk, einer Initiative der Organisation Church World Service (CVS) zur Bekämpfung von Hunger und Armut in der Welt.
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Mrz 10
geschrieben von franca
Um zehn Minuten nach acht erreiche ich die Foodbank - die Anlaufstelle für diejenigen hier, die sich keine Lebensmittel aus dem Supermarkt leisten können. Ein bisschen zu spät, aber eins habe ich hier inzwischen gelernt: Die Uhren im Valley ticken langsamer als in der Großstadt. Ich strecke mein Gesicht noch einen Moment länger der Sonne entgegen, die wie fast jeden Tag von einem wolkenlosen Himmel strahlt und so selbst bei Minusgraden erste Frühlingsgefühle in mir weckt.
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Jan 05
geschrieben von franca
Seit vier Monaten lebe ich nun schon in den Vereinigten Staaten und in dieser Zeit habe ich es tatsächlich geschafft, mich mit allerlei amerikanischen Merkwürdigkeiten anzufreunden: Ich denke da nur an das immer schlabbrige Toastbrot, die Tag und Nacht vor sich hin brummenden Klimaanlagen oder die ungebremste Leidenschaft der Amerikaner, ihre Getränke grundsätzlich mit einem Becher Eis auf eine Temperatur nur knapp über dem Gefrierpunkt herunterzukühlen. weiterlesen »
Dez 03
geschrieben von franca
“Thanksgiving ist Familienzeit. Ein großes Fest. Gutes Essen. Und Football!“
Das sagt meine Mitfreiwillige Cres, wenn man sie nach Thanksgiving fragt. Und sie muss es schließlich wissen, denn sie ist US-Amerikanerin und kommt Jahr für Jahr mit ihrer Familie zusammen, um eines der bedeutendsten Feste – und für viele Amerikaner ist es sicherlich das bedeutendste aller Feste – zu feiern.
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Okt 19
geschrieben von franca
Da ist er wieder. Durch die Ladentür sehe ihn bereits die Straße überqueren. Unverkennbar in seinen zerrissenen Jeans, mit tätowierten Armen und Händen, einem etwas ungepflegt wirkenden Bart und natürlich seiner alten Baseballkappe, die er sich verkehrt herum auf die langen, rotblonden Haare gesetzt hat.
Die Tür schwingt auf und Jackie * betritt die Foodbank. Er steuert direkt auf den Anmeldetisch zu und hält mir seinen abgewetzten Führerschein entgegen.
Nach kurzer Suche habe ich ihn in der Kundenkartei gefunden: Jackie Smith, 50 Jahre alt, arbeitslos, alleinlebend. „Alles klar, hier sind 15 Punkte für Sie“, sage ich und reiche ihm ein kleines Kärtchen. Jackie grinst mich an und nuschelt mir ein „Danke“ entgegen.
Ich beobachte, wie er langsam seinen Einkaufswagen an den Regalen vorbeischiebt. Heute haben noch nicht viele Kunden Lebensmittel abgeholt in der Alamosa Foodbank, einer von insgesamt 14 Tafeln im San Luis Valley, südlich der Rocky Mountains gelegen. Jedes Jahr werden hier etwa 25 000 Lebensmittelboxen an Bedürftige ausgegeben.

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