katharina

wort der woche - sommerpause

2 Comments »

Wir sagen:

Sommerpause. Was für ein Wort. Sommer, der riecht immer nach Blüten, Limo, See, Röcken und offenen Fenstern. Pause, das ist ein Aufatmen zwischen den Schulstunden, zwischen Zuschnell und Zuviel, eine Pause ist eigentlich ein mickriger Schattenstreif von Ferien. Seit Donnerstag haben wir Sommerpause, Dauerpause, Immerpause, kurz: Ferien.

Zwei so vielversprechende Wörter wie Sommer und Pause zusammenzufügen ist eine fabelhafte Idee, die mich an hochgelegte Barfüße denken lässt. Doch das Wort selbst ist schon gedehnt und hummelweich. Das dunkle O im Sommer mit dem Doppel-m, das den tiefen Vokal so weich auffängt, dann das au in der Pause, das schon beim Aussprechen so lang gezogen werden kann wie sechseinhalb Wochen.

Sommerpause, gerade bei allen Musen, Künsten, Theater- und Literaturhäusern, flüstert: Der Vorhang fällt, Bühne zu, bis der Sonne die Puste ausgeht. Sommerpause. Bitte einmal langsam aussprechen und dann das Schokoeis aus der Truhe holen.

Die anderen Sprachen sagen:

Englisch: summer recess

Französisch: rêlache estival

Spanisch: el calcado en verano

Das Lexikon sagt:

Als Sommerpause bezeichnet man den Zeitraum, in dem sonst feste Termine/Handlungen in der in Europa stattfindenden warmen Jahreszeit pausieren.

Siehe auch: Parlamentarische Sommerpause, Sommerpause in der Kultur

Was sagst du?

Mehr Wort der Woche? Gibt’s im Archiv.

kerstin

ein kuss

2 Comments »

Ein Kuss, so weich wie Kissen,
ein Kuss, so sanft wie Samt,
ein Kuss, so zärtlich wie ein Gedanke,
ein Kuss, ein Kuss von dir.

Ein Moment, so lang wie die Ewigkeit,
ein Moment, so schön wie das Meer,
ein Moment, so unverzichtbar wie das Leben,
ein Moment, ein Moment mit dir.

Zwei Augen, so hell wie der Himmel,
zwei Augen, so tief wie eine Schlucht,
zwei Augen, so liebend wie eine Mutter,
zwei Augen, zwei Augen von dir.

Die Lippen, so zärtlich wie der Wind,
die Lippen, so warm wie ein Sommertag,
die Lippen, so blass wie der Schnee,
die Lippen, die Lippen von dir.

Reglos liegst du im Gras,
starrst mich an.
In Erinnerungen verloren.
Bin ich.
Nie wieder wirst du
küssen.
atmen.
sehen.
sprechen.

Nimm mich mit.

kerstin

wort der woche - dingsbums

2 Comments »

Wir sagen:

Bei mir zu Hause kennen wir ein Universalwort: Dingsbums. Ob es morgens heißt: „Vergiss dein Dingsbums nicht!“ oder abends: „Bringst du noch das Dingsbums mit aus der Küche?“, Dingsbums kann alles bedeuten. „Ich wollte noch dingsen“ – Nomen, Verben, Adjektive, ganz nach unserem Willen. Eins haben sie aber alle gemein: Niemand weiß, was gemeint ist. Und trotzdem benutzt es jeder - es ist einfach sehr praktisch.

Andere Sprachen sagen:

Englisch: so-and-so oder doodad

Französisch: un tel

Italienisch: tal die tali

Das Lexikon sagt:

Dingsbums, Dings oder – ruhrdeutsch – Dingens sind umgangssprachliche Verlegenheitswörter für einen Menschen oder Gegenstand oder eine (Tat-)Sache, deren Name bzw. Bezeichnung entweder einem gerade nicht einfällt bzw. unbekannt ist, oder man nicht nennen oder preisgeben möchte. Sie dienen auch der Benennung eines Objekts, dessen genaue Bezeichnung (als Fachbegriff oder Fremdwort) man nicht kennt, um sich nicht durch die Benutzung eines falschen Worts zu blamieren. Es gibt auch Abwandlungen, wie z. B. Dingenskirchen für einen Ort, der einem nicht befällt, oder der als unerheblich bezeichnet werden soll.

Was sagst du?

Mehr Wort der Woche? Gibt’s im Archiv.

malte

wir sind helden - “eine schriftstellerne band”

2 Comments »

Oh nein, jetzt schreiben sie auch noch! Ist das so? Ja, so ist das. Und nun haben wir endlich einen Grund zur Panik, denn die Helden haben sich an die Arbeit gemacht, sich jeglicher Konkurrenz widersetzt und ein Labyrinth aus Buchstaben erschaffen – sie haben ein Buch geschrieben. Denn jetzt ist Heldenzeit, wie sie sagen, und sie sind gekommen um zu bleiben.
Das Tourbuch mit dem Titel: „Wir sind Helden – Informationen zu Touren und anderen Einzelteilen“, ist aber nicht nur ein Wort, sondern ein Schmöker von 400 Seiten.
Darin sagen sie Guten Tag, beschmieren ihr eigenes Denkmal, feiern bis in die Nacht, lassen das Monster heraus und lernen kopflos Fahrrad fahrn.
weiterlesen »

anne

wort der woche - baden

6 Comments »

Wir sagen:

Baden ist nicht einfach nur eine Tätigkeit. Baden ist ein Lebensgefühl in vielerlei Hinsicht: Was du in einem Sommer wie diesem im Freibad kannst - im Wasser und in der Sonne - ist unabhängig von Jahreszeiten in einer Badewanne möglich. Und natürlich in einem Hallenbad. Wer viel davon hat, kann wie Dagobert Duck in Geld baden. Und wem das Glück hold ist, der kann es auch in Liebe. Rockstars, Filmsternchen, Prominente allgemein nehmen gern ein Bad in der Menge. Selbst in Selbstmitleid baden ist möglich. Doch allen Bädern ist am Ende eines gemeinsam: Sie sind eine sinnliche Erfahrung. Wassertropfen auf der Haut, warme Sonnenstrahlen, knisternde Scheine und klimpernde Münzen am Ohr, starke Arme die dich halten, Hände die dich berühren wollen, Blitzlichtgewitter, Menschen, die deinen Namen rufen, Tränen, die deine Wange herunterrollen, vielleicht eine über den Kopf gezogene Bettdecke und kaum Luft zum Atmen. Du spürst, das du lebst. Was gibt es Schöneres?

Die anderen Sprachen sagen:

Englisch: to bathe

Spanisch: banar

Französisch: bagner

Das Lexikon sagt:

Der Begriff Badekultur bezieht sich auf das Baden in warmem oder kaltem Wasser, das in erster Linie der Reinigung dient, aber auch der Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens. Das Dampfbad, heute zur Sauna gezählt, diente ebenfalls diesem Zweck. Die Ursprünge der europäischen Badekultur liegen in der Antike, als öffentliche Badehäuser auch eine wichtige soziale Funktion hatten. In der Neuzeit ist die Badekultur eng mit der Entstehung von Kurorten mit Thermalquellen sowie Seebädern verbunden. Über private Badezimmer verfügte die große Masse der europäischen Bevölkerung erst ab dem 20. Jahrhundert. Die Bedeutung des Bades in verschiedenen Epochen war immer eng mit den jeweils herrschenden Vorstellungen von Hygiene verknüpft. [wikipedia]

Was sagst Du?

Mehr Wort der Woche? Gibt’s im Archiv.

keep looking »