Nov 28
geschrieben von helena
Ich gebe zu, ich esse leidenschaftlich gerne Printen. Damit ich Ende Dezember meine drei Kilogramm vertilgt habe, muss ich sofort anfangen, wenn die ersten Spekulatius, Dominosteine und meine heißgeliebten Printen in den Supermarkt kommen. Also Ende August bis Anfang September. Dann knabber ich mich fleißig durch die Weihnachtsbäckerei und wie von alleine kommt bald in mir die Weihnachtsstimmung auf.
Doch dieses Jahr: nichts. Normalerweise bin ich im November schon ganz weihnachtlich gestimmt, hoffe auf Schnee und besorge die ersten Geschenke für meine Lieben.
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Nov 24
geschrieben von chiara
Wir sagen:Arktische Temperaturen. Eiskalter Wind bläst uns ins Gesicht. Ob nur ein kleiner Laubsturm, Regen oder Schnee, es kann ziemlich kalt werden.Wie schön, dass ein mitfühlender Mensch uns ein Geschenk namens Taschenwärmer beschert hat.Genau genommen hat dieses kleine Wärmewunder einige Namen, zum Beispiel Wärmepad, Handwärmer, oder der wichtigste, aber auch komplizierteste, der Latentwärmespeicher (Der bezieht sich allerdings nicht nur auf den Taschenwärmer, sondern auch auf Temperaturspeicher wie Kühlakkus).Jener Latentwärmespeicher kann einem jede noch so kalte Zeit auf der Schlittschuhbahn, beim Warten auf den verspäteten Zug oder bei einem winterlichen Spaziergang etwas aufheizen.
So, und wie funktioniert das?In dem Taschenwärmer befinden sich meist Natriumacetat und ein kleines Metallplättchen. Um damit Wärme zu erzeugen, wird der Aggregatzustandswechsel genutzt, bei dem Wärmeenergie freigesetzt wird.Das Natriumacetat hat eine Schmelztemperatur von 58° C, also muss man es kochen, um den Aggregatzustand von fest zu flüssig zu ändern. Der Zustand ändert sich jedoch nicht beim Abkühlen auf Umgebungstemperatur, wenn der Inhalt luftdicht eingeschlossen ist. Das wird als unterkühlte Schmelze bezeichnet, ist aber nicht sonderlich wichtig.Um den Inhalt nun zu erhitzen, müssen Kristallisationskeime ausgelöst werden. Beim Knicken des Metallteils entstehen diese Kristallisationskeime, das Natriumacetat wechselt schlagartig den Aggregatzustand und setzt dabei die beim Kochen verwendete Energie für den Zustandswechsel in Form von Wärmeenergie frei – und schwupps, es werden die Fingerchen warm.Interessant ist dabei, dass die Höchsttemperatur, die so entsteht, 58° C sind. Das ist – na, wer weiß es noch? - die Schmelztemperatur des Natriumacetats.Die anderen Sprachen sagen:Italienisch: riscalda tascaEnglisch: hand warmerPolnisch: Ogrzewacz dłoniDas Lexikon sagt:Nichts zum Wärmepad, aber nehmen wir doch mal allgemein den Latentwärmespeicher.Latentwärmespeicher sind Wärmespeicher, bei denen ein Speichermedium während einer Änderung des Aggregatzustandes (flüssig - fest) Wärmeenergie bei konstanter Temperatur aufnimmt bzw. abgibt. Grundsätzlich handelt es sich bei Latentwärme um (physikalische) Bindungsenergie. AlsSpeichermedium wird ein Salz (z.B. Glaubersalz, Natriumacetat) oder eine organische Verbindung (z.B. Paraffine, Fettsäure) eingesetzt (technische Bezeichnung der Materialien: PCM = phase change material)Die Speicherung von Wärme erhöht normalerweise die Temperatur des Speichermediums. Die gespeicherte Wärme ist fühlbar, deshalb wird diese Form der Speicherung als “sensibel” bezeichnet. Anders dagegen die “versteckte” (latente) Wärmespeicherung.Hier erfolgt nach Erreichen der Phasenübergangstemperatur des Speichermaterials eine Zeit lang keine Temperaturerhöhung. So lange bis das Speichermaterial geschmolzen ist.Was sagst du?
Mehr Wort der Woche? Gibt’s im Archiv.
Nov 20
geschrieben von kerstin
___Was ist das für ein Gefühl, das eigene Buch in der Buchhandlung zu sehen?
Edward: Sehr, sehr spannend und aufregend. Als ich die Bücher zum ersten Mal nach Hause geschickt bekommen habe, hab ich sie überall im Haus aufgestellt, damit ich sie immer sehen könnte. Aber nach ein paar Minuten habe ich sie dann doch weggestellt, weil es mir etwas peinlich war. Ich war mal in der Buchhandlung und neben mir an der Kasse hat ein Mann gefragt, ob denn das Buch von Edward van de Vendel “Die Tage der Bluegrass-Liebe” vorrätig sei. Ich hab zwar nichts gesagt, habe mich aber tierisch gefreut, als die Kassiererin dann auch noch antwortete, dass sie das Buch echt empfehlen könne.
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Nov 17
Wir sagen:Platzangst.Aber wir meinen Raumangst.Dies allein soll ausreichen, um an dieser Stelle ein Wort zum Wort der Woche zu küren, welches zwar ästhetisch nicht gerade auf der Zunge zergeht, es jedoch verdient hat, richtig verstanden zu werden.Platzangst – Die Angst vor dem Platzen? Nein.Platzangst – Die Angst vor engen Räumen? Nein!Platzangst – Die Angst vor Plätzen. Ganz einfach. Und so lange ist es trotzdem schon als verkleidetes, vielleicht gar leidendes, Wortungetüm in unserem Sprachgebrauch unterwegs. Für das Verständnis dieses Wortes ist kein Platz in unserer Welt. Wie passend. Wir sagen auch Flugangst und meinen die Angst vor dem Flug. Logisch. Ich stelle mir die Frage, warum es uns so fern liegt, uns vorstellen zu können, dass es tatsächlich Menschen gibt, die Angst haben, große Plätze zu überqueren? Wo es doch so viele von diesen gibt. Angst vor der Enge können wir uns vorstellen – das Wort Platzangst huscht immer wieder durch unseren Alltag. Immer wieder falsch verstanden. Ein trauriges Dasein eines ohnehin schon nicht zur Sonnenseite des Lebens gehörenden Wortes.Platzangst – die falsch verstandene kleine Schwester der Raumangst. Letztere kann es sich bequem machen. Platzangst hält den Kopf hin für das was wir eigentlich sagen wollen. Zu viel Raum für Spekulationen. Kein Platz für wahre Worte. Wie traurig. Stellt sich die Frage: Warum nimmt das Wort Platzangst soviel Raum ein in unserer Sprachwelt? Und warum hingegen gibt es keinen Platz für die Raumangst – obwohl sie doch offensichtlich unter uns ist?So viele Fragen – und irgendwie nahezu zwei Worte der Woche. Unzertrennbar. Missverstanden. So verschieden und doch so gleich. Eine Lanze brechen für die wahre Bedeutung eines Wortes.Wir sagen Platzangst – und meinen die Angst vor großen Plätzen. Wir sagen Raumangst – und meinen die Angst vor engen Räumen.So einfach. Und so soll es im Block der Zukunft geschrieben stehen. Soviel Platz muss sein.Die anderen Sprachen sagen:esperanto: agorafobioenglisch: agoraphobiagriechisch: αγοραφοβίαDas Lexikon sagt:Agoraphobie – Platzangst; Furcht, auf die Straße oder über einen freien Platz zu gehen (Fachlexikon der Sozialen Arbeit)Was sagst Du?
Nov 10
geschrieben von florian
Wir sagen:
Fasching. Klingt irgendwie chinesisch-fröhlich mit dem „-ing“ am Ende. Komischerweise muss ich, sobald ich dieses Wort höre, sofort an Faschismus denken. Dabei könnten diese beiden Wörter in keinem extremeren Gegensatz zueinander stehen. Wenn in Köln im Rahmen der 5. Jahreszeit wieder die Straßenkarnevalssession beginnt, kann man den Kontrast beinahe in der Luft riechen, während man „Viva Colonia“ mitträllert.
Während, vor und nach den bunten und lauten Umzügen durch Straßen und Gassen sieht man fröhliche, lachende, tanzende, meist aber leider auch ziemlich alkoholisierte Jecken, die miteinander die Vorfastenzeit feiern, denn es gilt ja bekanntlich: „Am Aschermittwoch ist alles vorbei!“ Da achtet man beim Schunkeln doch nicht auf die Hautfarbe oder religiöse Ausrichtung seines Nachbarn.
Doch kaum zu glauben: Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde der Karneval praktisch vollständig von den Nationalsozialisten vereinnahmt und für propagandistische Zwecke eingesetzt. Veranstalter und Teilnehmer mussten sich an die politischen Verhältnisse anpassen, eine kritische Haltung von Umzugswagen war damit natürlich ausgeschlossen.
Die anderen Sprachen sagen:
chinesisch: kuánghuānjié
italienisch: carnevale
russisch: Карнавал
Das Lexikon sagt:
Als Karneval, Fasching oder Fas(t)nacht bezeichnet man traditionell die Zeit der Ausgelassenheit, Fröhlichkeit und überschäumenden Lebensfreude vor Beginn der christlichen Passionszeit.
Was sagst du?