Okt 31
geschrieben von lennart
Ich bin Franz Richter. Ich bin ein langweiliger Bäcker mit einem langweiligen Leben. Ich lebe in Köln in der Salzgasse 7. Aber an verregneten dunklen Tagen muss ich immer an den einen Morgen denken…
Am 20.10.2004 gehe ich gerade zu meiner geliebten Bäckerei und gucke in eine Seitengasse, da sehe die alte Frau Heiner mit dem Gesicht auf dem Boden liegen.
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Okt 31
geschrieben von kerstin
Ich sitze mit Armin aus meiner Stufe in der U-Bahn Richtung Innenstadt. Lautstark beklage ich mich: “Dienstag zwei Stunden Spanischklausur, Donnerstag Latein-Vokabeltest, Montag Englisch, Dienstag Deutsch und Donnerstag Latein! Immer zwei Stunden!” Armin nickt mitfühlend. Kennt er, ihm geht’s schließlich genau so.
Der Mann neben mir, ein älterer Türke so um die sechzig, nickt auch. Er wendet sich mir zu und spricht in sehr schwer verständlichem Deutsch: “Wann sein fertig mit Schule?” Ich drehe mich zu ihm. Noch drei Jahre, dann habe ich hoffentlich mein Abi.
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Okt 30
geschrieben von wassily
In achtzig Tagen rund um Deutschland zu fahren, ist eigentlich keine Kunst. Es gab auch schon Leute, die in dieser Zeit die Welt umrundet haben, und das in viel früherer Zeit. Andreas Greve hat es trotzdem getan, und zwar 2003. In einem als Mini-Wohnwagen ausgebauten Renault Kangoo fuhr er von Aachen nach Aachen – immer entlang der Grenze.
Anstatt trockener Streckenbeschreibung erzählt er auf sehr lockere und humorvolle Art und Weise seine Erlebnisse. Er trifft die verschiedensten Menschen, erlebt die verquertesten Dinge und sieht die verschiedensten Landschaften.
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Okt 29
geschrieben von Max
Liebe Helena,
gerade habe ich zum ersten Mal hier in Tübingen das Gefühl gehabt, angekommen zu sein. Ich halte nämlich einen dicken Umschlag in der Hand, den mir die Uni geschickt hat.
Darin steckt neben einem Willkommensschreiben und etlichen Flyern mein Studienbuch und mein Studentenausweis. So ganz kann ich es noch gar nicht glauben, aber auf dem Ausweis neben dem Logo der Uni klebt tatsächlich mein Foto und daneben steht mein Name.
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Okt 26
geschrieben von caro
// Hmm? Ja klar, es ist halb vier./ Kein Ursache. Wo fahren Sie denn hin? / Ich auch. Kein Zufall in diesem Zug. / An der FH? Was studieren Sie denn? / Bachelor of Ecoscidingsda was? / Was mit Mathe …, also nix für mich. Ich bin übrigens Sally. / Freut mich. / Nee, ich studiere noch nicht, ich mache mein FÖJ in der Nähe von Düren. / FÖJ, das bedeutet Freiwilliges Ökologisches Jahr. / Eigentlich komme ich aus Bochum, ich fahre zu der Demo am Wochenende. Bist du auch dabei? / Wie, welche Demo? Auf welchem Planeten lebst du denn, du bist doch Student?! DIE Anti-Atom-Demo! Ich treffe mich mit ein paar Freunden und dann schlafen wir zu fünft da in der Bude. Haben wir gestern entschieden. / Natürlich, der Unistress … und dein Outfit müsstest du echt wechseln dafür… Was hattest du denn in Köln zu tun, Geschäftstermin? / Ach so … ich dachte nur, weil … / Wie lange seid ihr schon zusammen? Fernbeziehungen sind ja oft kompliziert. / Heiraten, so früh schon? Das ist ja echt … nett. / Nein, Quatsch, das ist kein Problem. Du hast sicher viel zu tun … Es gäb da noch so ein Konzert, nur falls du nach dem Lernen mal Abwechslung brauchst … / Stimmt schon, wenn man Musik nicht so zugetan ist, wird es weniger lustig. //
In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung zu seinem neuen Roman “Juliet, Naked” am 26. August 2009, hat Nick Hornby gesagt, dass es nicht besonders attraktiv ist, erwachsen zu sein, weil Menschen, die um jeden Preis erwachsen sein wollen oft enttäuschend langweilig sind und keinen Sinn für Humor haben. Erich Kästner hat so etwas ähnliches gesagt: “Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch.”
So entstand dieser Text, der zu einer Serie gehört: 200 Wörter, pointieren und nachdenken, warum es nicht attraktiv ist, erwachsen zu sein. Was ist erwachsen sein überhaupt?