Wir sagen:

Hörbuch. Weicher, angenehmer Klang. Sanfter Einstieg, langer Umlaut, ein stimmhafter bilabialer Plosiv, teilt das Wort, leitet über zum kurzen „u“ und dem ausklingenden „ch“. Ein Wort, das scheinbar Widersprüchliches vereint. Buch? Hören?

wort der woche - hörbuch | foto: Antal - Lautsprecher, CC-Lizenz (BY 2.0) http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de, quelle: www.piqs.deHörbuch. Ein Buch zum Hören? Geht das? Was wird aus einem Text, wenn er vorgetragen wird, wenn er sich von den Seiten löst, aus den Buchdeckeln hervortritt und nur reine Sprache bleibt? Wenn nicht mehr gelesen wird, sondern gehört? Wenn nicht mehr umgeblättert wird, sondern CD-Player oder iPod die Geschichte abspielen? Wenn man sich nicht das Kapitel oder die Seitenzahl merken muss, sondern den Track, den man zuletzt gehört hat?

Und kann man Bücher nebenbei hören? Wird man dem Text und der Arbeit gerecht, wenn man ihn im Hintergrund laufen lässt, beim Autofahren, beim Bügeln oder in der Küche beim Kochen?

Wenn ein gutes, spannendes, fesselndes Hörbuch einen erstmal gepackt hat, verschwendet man daran keine Gedanken mehr. Man will einfach wissen, wie es weitergeht, was als nächstes passiert, wo die Geschichte hinführt. Genau wie bei einem guten Buch, das man am liebsten nicht aus der Hand legen möchte. Und das ist der große Vorteil eines Hörbuchs: Man braucht seine Hände nicht, man kann dabei Autofahren, Bügeln oder Kochen – was mit einem Buch in der Hand sicherlich schwierig oder gefährlich wird.

Doch wenn man ein Hörbuch wirklich genießen und erhören will, gilt das Gleiche wie für das Buch: Lieblingssessel, Sofa oder Bett. Wobei man bei den letzten beiden beachten sollte: Egal wie spannend ein Hörbuch ist – irgendwann schläft man trotzdem dabei ein, wie früher, wenn Mama und Papa einem zum Einschlafen vorgelesen haben…

Die anderen Sprachen sagen:

Englisch: audio book, talking book

Schwedisch: ljudbok

Französisch: livre audio

Das Lexikon sagt:

Ein Hörbuch (auch Audiobook oder Audiobuch) ist im engeren Sinn die Tonaufzeichnung einer Lesung. Sie wird auf einem Speichermedium (CD, Schallplatte, Kassette, Festplatte) vertrieben. Die Textfassungen, die gelesen werden, sind oft gegenüber der Buchfassung gekürzt. Hörspiele, Features und Audioguides erscheinen ebenfalls als Hörbücher. Hörbuchverlage, Rundfunkanstalten und auch Blindenbüchereien produzieren und verkaufen Hörbücher.
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Besonders blinde oder sehbehinderte Menschen sind auf „gesprochene Bücher“ angewiesen. Seit 1954 stellen Hörbüchereien einem geschlossenen Benutzerkreis Hörbücher beziehungsweise Hörspiele zur Verfügung. Die Aufnahme solcher Texte muss sprechkünstlerisch an die Bedürfnisse von Blinden angeglichen und auch von qualifizierten Sprechern und Tontechnikern ausgeführt werden. Besonders Altersblinde, die die Blindenschrift-Fähigkeit nicht mehr erlernt haben oder Lesebehinderte, denen es schwer fällt, ein gedrucktes Buch selbstständig zu handhaben, kommen als Nutzer dieser Bibliotheken in Frage.

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