Wir sagen:

Hans hatte schlecht geschlafen. In seiner Höhle war es kalt und es roch muffig nach alten Tierhäuten. Außerdem hatte er Durst.

Schniefend und gebeugt kroch er zu einer Tonschale und lugte hinein.

Leer.
Laute der Empörung ausstoßend, griff er sich seinen Büffelmantel und seinen Holzspeer und trat majestätisch aus seiner Höhle.

Draußen war alles weiß. Er wunderte sich immer aufs Neue, warum weiße Klumpen vom Himmel fielen und alles kalt und weiß machten. Das ärgerte ihn.

Da er Durst hatte und nicht wusste, dass Schnee aus Wasser bestand, machte er sich auf den Weg zum Bach. Als er so durch den Schnee stapfte, traf er auf ein Reh. Das Reh aß ein Blatt.

Von diesem Bild war Hans fasziniert und er blieb stehen und schaute zu.

Er fand es sah sehr lässig aus, wie das Reh seinen Mund bewegte. Hans würde bestimmt bei den Mädchen gut ankommen, wenn er auch kauend durch die Gegend lief.

Also wollte Hans lernen, wie man so lässig kaute ohne das die Hälfte heraus fiel.

Er merkte schnell, dass er nicht ununterbrochen Fleisch essen konnte, und so machte er sich auf die Suche nach etwas das man kauen, aber nicht runterschlucken musste.

Zuerst aß er Holz. Als er die Splitter zwischen seinen Zähnen und aus seiner Zunge entfernt hatte, probierte er Steine.

Wochen später wollte Hans gerade in seinen Mantel beißen, als er auf ein Loch in einer Birke aufmerksam wurde. Langsam stampfte er durch den Schnee auf den Baum zu, brach nach einiger Überwindung ein Stück Hartz ab und fing an, lässig zu kauen …

wort der woche - kaugummi | foto: grafiker-andi - Kaugummi-Fond, CC-Lizenz (BY 2.0) http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de, quelle: www.piqs.de

Wenn du unter unsere Schultische greifst, hast du das Thema in der Hand. Natürlich geht es hier um den oder das Kaugummi.

Vor 9000 Jahren wurde er erfunden.

Auch die alten Griechen kannten ihn. Um ihre Zähne zu reinigen kauten sie das Harz des Mastix-Baums. Die Indianer Nordamerikas kauten Fichtenharz und die Mayas Chicle, den eingedickten Saft des Sapotillbaums. Zum Verkauf wurde der Kaugummi aber erst viel später, nämlich im 19 Jahrhundert angeboten.

Und, wer hätte es gedacht, Kaugummis sind wirklich gut für die Gesundheit.

Männer und Frauen mit vielen Doktortiteln fanden nach langem Grübeln heraus, dass Kaugummis wach machen und gut fürs Gehirn sind. Nach dem Essen soll man lieber einen Zahnpflegekaugummi kauen, als sich die Zähne zu putzen.

Kaugummis helfen sogar beim Abnehmen. Sie erhöhen beim Kauen die Stoffwechselrate und so die Fettverbrennung.

Aber die aus zu 60% aus Zucker bestehende Kaumasse hat auch ihre dunklen und gefährlichen Schattenseiten - denn was tun, wenn der Kaugummi an der Kleidung kleben bleibt?

Doch Prof. Dr. Dr. Dr. Klaus Kölling gibt Entwarnung:

Wenn Kaugummireste an der Kleidung kleben bleiben, ist auch dies kein Grund zu verzweifeln. Kälte ist hier ein geeignetes Hilfsmittel. Verklebte Kleidung einfach mit Eis behandeln oder gleich ins Gefrierfach legen. Erkaltete Kaugummireste lassen sich dann leicht abziehen.

Vielen Dank, Herr Kölling.

Die anderen Sprachen sagen:

Spanisch: Goma de mascar

Nedersaksisch: Kauwgom

Türkisch: ciklet

Das Lexikon sagt:

Der bzw. das Kaugummi ist eine leicht verformbare, meist süß, manchmal auch sauer schmeckende Masse, auf der man einige Stunden lang kauen kann, ohne dass sie zerfällt. Meist enthält der Kaugummi Aromastoffe.

Und was sagst du?

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