Wir sagen:
Man hatte lange genug Zeit, allmählich schwindet die Aussicht auf Erfolg von Tag zu Tag.
Hätte man in den vorausgegangenen zwei Monaten einem Schüler der Jahrgangsstufe 12 in NRW das Wort Facharbeit entgegen geschmettert, so hätte man sich mit einem Gesichtsausdruck, der von einem schlechten Gewissen zeugt, umfassende Argumente anhören können, wieso man noch immer nicht fertig ist. Geschweige denn angefangen hat.
In der Jahrgangsstufe 12 ist es in NRW Pflicht eine wissenschaftliche Arbeit anzufertigen, welche ersatzweise für die erste Klausur im entsprechenden Fach des zweiten Halbjahres gestellt und benotet wird. Dadurch soll die eigenständige Zeiteinteilung des Schülers gefördert werden und ein erster Eindruck einer wissenschaftlichen Arbeitsweise vermittelt werden. Der Arbeitsaufwand soll laut Ministerium „im Umfang des Arbeitsaufwands zur Vorbereitung einer Klausur liegen“ – die Realität sieht allerdings etwas anders aus.
Was in der Theorie nach einem sinnvollen pädagogischen Konzept klingt, scheitert leider nur allzu häufig, wenn das Konzept auf den – sagen wir es mal nett – gemütlicheren Schüler trifft. Da müssen Primär- und Sekundärliteratur beschafft, Interviews geführt und eine eidesstattliche Erklärung abgegeben werden, in welcher man beteuert die Arbeit ohne fremde Hilfe erstellt zu haben. Einige scheitern sogar bereits an der korrekten Einstellung der Formatierung oder der Erstellung von Fußnoten.
Wer es sich einfach machen und die Facharbeit einfach irgendwoher kopieren will hat auch ein Problem: Bei einem Täuschungsversuch kann die Arbeit auch Jahre darauf noch mit ungenügend bewertet werden.

Das Resultat der eigenständigen Zeiteinteilung ist ziemlich traurig:
Komplett übermüdete und ausgebrannte Gestalten, die am Abgabetag mit der frisch ausgedruckten Endfassung in die Schule kriechen.
Das muss reichen, meine Arbeit ruft. Schließlich ist morgen Abgabetag …
Die anderen Sprachen sagen:
Englisch: research paper
Chinesisch: zhuānyè gōngzuò
Italienisch: lavoro da esperto
Wikipedia sagt:
Eine Facharbeit ist eine wissenschaftspropädeutische Arbeit, die von Schülern in Deutschland zielgerichtet zur Leistungskontrolle selbständig erarbeitet wird.
Sie ist häufig eine Art Abschlussarbeit der Reformierten Oberstufe oder im Rahmen der besonderen Lernleistung, die seit kurzem optional ins Abitur eingebracht werden kann. Dabei wird meist ein Thema vom Lehrer vorgegeben. Oft kann der Schüler jedoch das Thema mitbestimmen. Die Anforderungen sollen denen einer Universitätsarbeit ähnlich sein.
Der Umfang der Arbeit soll, ohne Anhang und Deckblatt, 8-12 Seiten betragen. Die Schüler haben ca. 3 Monate Zeit (wobei diese Zeit wenn nötig, z.B. bei empirischen Untersuchungen, um bis zu 2 Wochen verlängert werden kann), die Facharbeit anzufertigen.
Und was sagst du?
Mehr Wort der Woche? Gibt’s im Archiv.

Nach der Schule habe ich noch mit drei verschiedenen Leuten ziemlich ähnliche Gespräche über “Die Facharbeit” geführt,jetzt lese ich dieses Wort der Woche…Irgendwie freue ich mich auf den Abgabetermin. Bis dahin habe ich zwar noch eine Menge Arbeit vor mir- aber danach hoffentlich wieder mehr als ein Thema im Kopf…
…und es wird NIE anders, wenn man es nicht anpackt. abgabefristen bis zum ende ausreizen, weil man unter druck besser und effektiver arbeiten kann - das kennen wir alle doch zur genüge. es wird nicht gemütlicher, soviel kann ich euch sagen. arschbacken zusammenkneifen und weitermachen!
… eigenständige Zeiteinteilung? Uuuh, ganz schlecht ..
ines, das war ja mal ein Satz
und ich bekomme jetzt schon panik, wenn ich daran denke, dass ich in einem jahr auch eine facharbeit abgeben muss.
besonders, weil im augenblick mein “arbeitsumfang zur vorbereitung einer klausur” zwischen 5 minuten und einer stunde um 23:00 uhr am abend vor besagter klausur liegt :s
trotzdem, danke für die schilderung und dafür, dass ich mich jetzt schon darauf einstellen kann, was dann auch bald auf mich zukommen wird
Ach ja die gute Facharbeit!!
Die hab ich ZUM GLÜCK seit einem Monat hinter mir! Und der Blog Eintrag hat sowas von Recht..Niemand, den ich kannte aus meiner Stufe hat nicht mindestens 2 Wochen vorher angefangen. Am Abgabetag haben 25% die ersten beiden Stunden geschwänzt um die letzte Fassung auszudrucken. Ich saß auch noch bis halb fünf morgens daran, hatte 2 Stunden Schlaf wurde aber ordentlich mit 14 (yay) Punkten dafür belohnt!
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